Kantorei Bünde

NW 28.11.2025 Helmut Börjes
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Bünde. Schon ab 15 Uhr am Samstagnachmittag war viel Leben in der Pauluskirche.
Die Bünder Kantorei und das Kammerorchester Opus 7 unter der Leitung von Kreiskantor Leon Immanuel Sowa probte ein letztes Mal intensiv bis 17 Uhr das umfangreiche und anspruchsvolle Programm.
Um 18 Uhr wurde es dann ganz still. Etwa 300 Besucher saßen aufmerksam in der Pauluskirche in Erwartung eines vielseitigen Konzerts zum Thema Frieden. Eine Reise durch die vielschichtige Landschaft des Friedens.

Sowa startete mit einer kurzen Ansprache und lud ein „auf eine Reise durch die vielschichtige Landschaft des Friedens“.
Das Programm thematisierte nicht in jedem Stück den Frieden. „In manchen herrscht sogar explizit der Unfrieden“.
„So wie wir die Sonne nur dann richtig zu schätzen wissen, wenn der Himmel von Wolken verhangen ist“, führte Sowa aus und schloss mit einem Zitat des 1632 geborenen Baruch de Spinoza:
„Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern eine Tugend, die aus der Geisteshaltung, einer Neigung zum Wohlwollen, Vertrauen und Gerechtigkeit entspringt.“

Hochkonzentriert fokussierte der Dirigent dann Chor und Orchester auf sich und mit der vollen Aufmerksamkeit jedes einzelnen Konzertteilnehmers wurde mit Alta Trinità (Hohe, heilige Dreifaltigkeit) das Konzert begonnen.
Der Chor mit seinen 60 Teilnehmern und das 15-köpfige Kammerorchester Opus 7 mit Konzertmeister Roger Burmeister sangen und spielten 13 Stücke inklusive 4 Adagios von Opus 7.

Zwei Stücke waren Eigenkompositionen des Kreiskantors.
Uraufgeführt wurde ein Responsorium (Antwortgesänge) zur Brahms-Motette op. 74 Nr. 1 und eine Choralfantasie über „Verleih uns Frieden“ von Matthias Nagel.

Der Chor zeigte sein herausragendes Können insbesondere in den vielen A-cappella-Passagen, in denen der Gesang ohne instrumentelle Begleitung hervorragend zum Ausdruck kam.
Er fand dabei auch die Einsätze ohne Angabe der Töne treffsicher und sauber, was eine intensive Vorbereitung und ein hohes Niveau des Chores beweist.

Mit seinen eigenen Kompositionen bewies Kreiskantor Leon Immanuel Sowa, dass moderne Musik sehr einfühlsam und harmonisch die zugrunde gelegten Texte zum Ausdruck bringen kann.

Seine Responsorien, mit denen die Brahms-Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“ von Leon Sowa erweitert wurden, gaben der Musik Brahms aus der Zeit der Romantik eine hervorragende zeitgenössische Ergänzung.

„Das A-cappella-Stück „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Mendelssohn-Bartholdy war eines der besonderen Stücke, welches in seiner Schlichtheit aufgrund der 8-Stimmigkeit des Chores eine besondere Klangdichte und Transzendenz erzeugte, die sowohl die Zuhörenden als auch die Sängerinnen und Sänger selbst spürbar berührte.“ empfand Mirjam Koch, die auch selbst gesungen hat.

Die ausgewählten Orchesterstücke bereicherten den Chorgesang, sodass eine sehr dichte und besinnliche Atmosphäre entstand, in der die Musik alle Anwesenden berührte und ergriff.
Das Orchester zeigte sein Können und spielte sehr präzise und einfühlsam.
Auch in diesen Passagen verlieh Leon Immanuel Sowa der Seele der Musik einen feinfühligen Ausdruck.

Das letzte Lied „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Matthias Nagel wurde zum krönenden Abschluss gemeinsam mit den Konzertbesuchern gesungen.
Leon Immanuel Sowa und den beiden ersten Geigern von Opus 7 wurden, nach einem großen anhaltenden Applaus, noch jeweils ein imposanter Blumenstrauß überreicht.

„Eine beeindruckende Leistung“ begeistert sich Kristina Moehlmann „Es hat viel Spaß gemacht, aber auch nachdenklich“ ergänzt sie noch.

Ulrike Hess hat das Konzert auch sehr gut gefallen:
„Ich habe mich von der Musik und den Worten getragen gefühlt.
Es wurde zum Ausdruck gebracht, welche Gefühle und Gedanken mich zum Thema Frieden bewegen.
Da waren Elemente erdrückender Bedrohung, auch Ausweglosigkeit, aber immer verknüpft mit großer Hoffnung und der ganz sicheren Bitte um Beistand und Hilfe, die von Gott kommen werden“.

Am besten gefallen hat mir das Adagio for Strings, aber vor allen Dingen die Brücke, die geschlagen wurde vom Alten zum Modernen.
„Es war eine Zusammenstellung, die es so noch nicht gibt“, wie Konzertmeister Roger Burmester von Opus 7 feststellte.
„Der Kontrast vocal/instrumental gibt dem Programm noch eine besondere Note“.

„Das professionelle Ensemble Opus 7 besteht schon seit über 30 Jahre und wurde von 1992 von sieben Leuten gegründet.
Die Ensemblemitglieder kommen vorwiegend aus dem norddeutschen Raum“ beschreibt Orchestermitglied Rosa Meyring das Team.
„Wir legen den Schwerpunkt auf Streichinstrumente, können aber durch einen großen Pool aus dem bekannten Kollegenkreis das Orchesterspektrum gut ergänzen

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